Samstag, 12. Januar 2013

Yangon - Die Teehauskultur, das leckere Essen und die schlechte Hotelsituation

YANGON ESSEN Yangon ist bekannt für seine Teehäuser. Wir machten uns also auf ein solches zu erleben, in der 37sten Straße des britischen Schachbrettmusters, Hausnummer 81, besuchten wir das Teehaus namens 'Shwe We Htun'. Man hat inzwischen (aufgrund der Empfehlungen der Reiseführer nehme ich an) ein kleines Plastiktransparent mit dem Namen und der Hausnummer angebracht, das ist alles was man als Ausländer lesen kann. Also bestellen wir zwei Tees und per Fingerzeig Snacks wie sie auf den Tischen der einheimischen Gäste stehen. Zu unserer Verwunderung nimmt der Junge (die Kellner sind alles Kinder) die kleinen Teller direkt von deren Tisch, wir winken dankend ab.
Danuphyu Daw Saw Yee Myanmar Restaurant - Kellner in Longis
Er bringt uns neue aus der Küche. Als wir nachbestellen nimmt er einen Teller mit den frittierten Dreiecken vom inzwischen leeren Tisch gegenüber, ein Einheimischer vom Nachbartisch klärt uns auf: Die Snacks stehen auf den Tischen, man zahlt nicht pro Teller sondern pro gegessenem Stück. Eine Kanne Tee und kleine Becher stehen auch auf jedem Tisch, aber wir haben ja bestellt und inzwischen unsere Tassen bekommen - darin leckerer Tee mit Milch. Am Ende zahlen wir 1.700 Kyat zu zweit, ein sehr authentisches Schnäppchen. Den großen Hunger stillen wir später ebenfalls landestypisch, in einem Restaurant einige Straßen westlich der Sule Paya, mit einem unaussprechlichen Namen: Danuphyu Daw Saw Yee Myanma (175/177 29th St). Wir bestellen auch hier per Finger, diesmal vom Buffet, vorher gibt es aber Erklärung in englisch: Pork, Chicken, Beef...
Typisches Myanmar Menü - Suppe, Curry, Reis, Gemüse, Salat
Wir entscheiden uns für Ente und Fisch, dazu zweimal Gemüse und wegen der Kombination aus Hunger und Neugierde noch eine Mais-Beilage extra. Dann wird aufgefahren und unsere fünf Teller verdoppeln sich plötzlich, es gibt noch einen Teller Salat dazu, jeweils einen Reis sowie eine Suppe mit Gemüse. Zusammen mit den Getränken zahlen wir am Ende knapp 7.000 Kyat. Am nächsten Tag kommen wir wieder, diesmal bestellen wir nur je ein Curry und zusammen eine Beilage - den Mais gibt es heute leider nicht, trotzdem sind wir satt und glücklich.

Alles was man zum Kochen braucht gibt es übrigens ganz in der Nähe auf dem Open-Air Markt entlang der 26sten Straße (zwischen Manhabadoola Rd. & Anawrahta Rd.). Diese teilt sich dazu in drei Reihen mit diversen Verkäufern auf, welche in perfekter Ordnung auf dem Boden sitzen und alles anbieten von Obst, Gemüse und Gewürzen bis zu Fisch, Fleisch und Hühnerfüßen. Alles duftet frisch, alle kaufen ein. Wir beschränken uns auf den Genuss eines Rohrzzuckersaftes. Auch wenn wir hier sonst nichts eingekauft haben ein echtes Erlebnis.

YANGON HOTELS Nicht ganz so glücklich waren wir mit der Hotelsituation. Für die erste Nacht in Yangon haben wir uns bei Agoda ein Zimmer im Panda Hotel im Westen von Yangon gebucht - für saftige 90 US$. Im Lonely Planet von 2011 mit 40$ angegeben und auf der eigenen Homepage mit 120$. Da wird schnell klar was sich gerade tut in Myanmar: So wie der Tourismus explosionsartig ansteigt, tun es auch die Hotelpreise in allen Segmenten - es scheint Testen der Schmerzgrenze zu sein, was zu ziemlich überteuerten Preisen führt. Das Taxi ins Stadtzentrum sollte dann auch "nur" 10$ statt der erwarteten 7-8$ kosten. Und für das Einladen des Rucksacks wollten die Jungs am Flughafen natürlich auch gleich Geld sehen. Unsere Suche vor Ort nach einer Unterkunft für die nächsten Tage hat dann bestätigt, dass alles was im Reiseführer steht ausgebucht ist und mit der Nachfrage die Preise explodiert sind.
Die 38ste Straße vor dem Aung Tha Pyay Hotel in Yangon
Geworden ist es daher das Aung Tha Pyay Hotel in der 38sten Straße, welches zu Weihnachten vor 3 Wochen neu eröffnet hat und daher nicht nur sauber ist, sondern auch noch Betten frei hat. Das nett eingerichtete Doppelzimmer für 40$ war inkl. kleinem Frühstück und WiFi (zumindest in der Lobby). Bei den Zimmern zur Rückseite hat man mit gutem Grund Milchglas genutzt, das Haus gegenüber ist ziemlich heruntergekommen und darunter gleicht es einer Müllhalde - gewechselt haben wir das Zimmer im 4ten Stock jedoch wegen der auf dem Dachboden oder in der Zwischendecke hörbar laufenden Ratten. Im Erdgeschoss hatten wir dann ein (ehemaliges) Schaufenster zur Straße, also blieben die Gardinen zu, dafür funktionierte das WiFi jetzt auch im Zimmer. Sehr nett und hilfreich ist das motivierte Team des Hotels, also doch durchaus empfehlenswert - am Besten jedoch mit Zimmer zur Straße ab dem 2. Stock.

Übrigens: Die wohl günstigste Möglichkeit von Bangkok nach Yangon ist mit Asiens führender LowCostAirline AirAsia.

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