Montag, 14. Januar 2013

Yangon - Die größte Pagode, der Besuch bei den Nonnen und das Stadtzentrum

Chinte (halb Löwe, halb Drach) vor der Shwedagon Paya (rechts)
NÖRDLICHES YANGON Es gibt unzählige Pagoden in Myanmar (der burmesische Wort dafür ist Paya), doch die wichtigste und größte dieser glockenartigen Türme steht in Yangon: 'Shwedagon Paya'. Jeder Buddhist des Landes hofft diesen heiligen Ort mindestens einmal im Leben zu besuchen, jeder Tourist in Myanmar tut es auch. Die 5$ Eintritt gehen an die umstrittene Regierung, welche man eigentlich nicht unterstützen möchte, doch wenn man sich dafür entschieden hat das Land zu besuchen, lässt sich das an manchen Stellen nicht vermeiden. Wir machen uns auf zum Sonnenuntergang dort. Der Taxifahrer setzt uns vor der benachbarten 'Maha Wizaya Paya' ab, was wir aber erst später bemerken. Also gehen wir dort die Treppe hoch, zwischen den beiden Chinthe (wachende Tiere, halb Löwe, halb Drache) am Eingang hindurch. Eintritt will hier niemand von uns, eine Runde (Achtung: immer links herum bei buddhistischen Tempeln) und dann weiter zur goldenen Shwedagon Paya bevor die Sonne weg ist. Und hier ist ordentlich was los, Touristen und Einheimische mischen sich mit jeder Menge Mönche. Es wird gebetet und gesungen, fotografiert und gefilmt. Und ja, auch das Leben der Mönche hat sich mit Smartphones und iPad verändert.

Chaukhtatgyi Paya - der monströse liegende Buddha
Nachdem wir das offizielle Highlight hinter uns hatten, geht es am nächsten Tag zur Chaukhtatgyi Paya - einem monströsen liegenden Buddha unter einem riesigen roten Wellblechdach. Kein Eintritt und kaum Touristen, umgeben von vielen kleinen Häusern bei denen die Kleider der Mönche zum trocknen draußen hängen. Doch noch spannender wurde es auf der anderen Straßenseite, vorbei an den Drachenlöwen (Chinte) waren wir noch nicht die Treppe oben, da wurden wir schon gefragt wo wir herkommen. Das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und der junge Mann erzählte uns, dass er seit einem Jahr hier im Kloster (Monastry) lebt und noch zwei weitere Jahre braucht um Mönch zu werden. Während wir die 2$ Eintritt zahlen um die Ngahtatgyi Paya zu betreten, wartet er schon vor dem riesigen sitzenden Buddha - wohl einer der beeindruckendsten im südlichen Myanmar. Er führ uns herum, erklärt uns einige Rituale und unsere Sternzeichen: Drache und Meerschweinchen (wer uns kennt darf raten wer was ist ;-)).

Im Kloster - zu Besuch bei Nonnen und Waisenkindern
Anschließend zeigt er uns die Wohnanlagen des Klosters in der einige hundert Mönche wohnen, aber nur ca. 50 Nonnen. Er bringt uns zu einem der Frauenkomplexe, wo man uns schnell hereinbittet. Tagsüber sei Männerbesuch erlaubt, man stellt uns die Älteste vor und wir setzten uns vor ihr auf eine eilig herbeigetragene Matte auf dem Boden. Schnell steht auch Tee, Bananen und etwas wie selbstgemachte Karamellbonbons bereit, dann kommt auch noch Reis mit einer braunen süßlichen Soße nach - aus dieser seien auch die Bonbons gemacht. Essen müssen wir alleine, denn die Essenszeit der Mönche ist schon vorbei. Es gibt nach dem Aufstehen um 4 Uhr morgens nur zwei Mahlzeiten: Frühstück und von 11-12 Uhr Mittagessen. Sonst wird studiert, gesungen, gebetet oder eingesammelt. Die Mönche leben von Spenden die entweder vorbeigebracht werden oder ihnen mitgegeben werden, wenn sie mit ihren Schüsseln durch die Straßen gehen. Geld und auch Essen, einen Garten hat man hier auch nicht. Dann klingelt das Handy der Ältesten, die moderne Kommunikation hat auch hier Einzug gehalten - und das wo man in dem Raum wo geschlafen wird noch nicht einmal Fenster hat, sondern nur die Plastikplane zuzieht. Alle schlafen in einem großen Raum, auch die Waisenkinder die hier aufwachsen.

Karaweik - ein Veranstaltungsort auf dem Kandawgyi Lake

Wir verabschieden uns und machen uns auf dem Weg zum nahegelegenen Kandawgyi See. Wir brauchen im Gegensatz zu den Mönchen noch was zu Essen und lassen uns in dem zum Utopia gehörenden Restaurant direkt am See nieder. Das Utopia ist ein architektonischer Schandfleck in Form eines komischen Ritterturms, der wohl mit Karaokeräumen verschiedener Größen ausgestattet ist, passt zum verrückten Snow Wonderland an dem wir vorhin vorbeigefahren sind. Wir genießen lieber einen ganz normalen Sonnenuntergang. Lediglich das monströse Karaweik, die Nachbildung eines königlichen goldene Schiffs mit zwei Vogelköpfen voran, schimmert ungewöhnlich auf der anderen Seite des Sees. Während es früher noch für Hochzeiten und Einführungsfeiern der neuen Mönche genutzt wurde, beherbergt es heute ein Restaurant mit Tanzshow.

Mönch vor der Sule Paya in Yangon
YANGON ZENTRUM Zur Orientierung im Zentrum bietet sich die 2.200 Jahre alte Sule Paya an, gleichzeitig ein buddhistischer Tempel und Mittelpunkt des (britischen) Schachbrettmusters nachdem die Stadt gebaut wurde. Es ist umgeben von vielen kleinen Shops (z.B. Internetcafes) und steht auf einem Kreisverkehr, also besser gesagt man hat eine Hauptverkehrsstraße darum herum gebaut. Wir haben uns den Eintritt (2$) gespart und sind lieber in den Manhabandoola Garden gegenüber (500 Kyat), inmitten dessen ein Obelisk steht - das Unabhängigkeitsmonument (Independence Monument). Im ganzen Park sitzen junge Liebespaare hinter ihren Sonnenschirmen und den gepflegten Büschen. Auf der Suche nach dem richtigen Winkel für ein Foto der 'City Hall' auf der Nordseite des Parks steht, kam dann direkt ein Mönch auf mich zu, schüttelt mir die Hand und fordert mich auf ihn zu fotografieren. Anschließend schüttelt er mir nochmals die Hand und drückt mir einen Zettel aus seiner Umhängetasche in die Hand. Lesen kann ich nichts darauf, aber vielleicht finde ich ja noch jemanden der es mir irgendwann übersetzt.

Immanuel Baptist Church (m.) & High Court Building (r.)
Während die zerfallene alte Einwanderungsbehörde nebenan offensichtlich gerade saniert wird, ist die Immanuel Baptist Church von 1885 in gutem Zustand. Sie bietet christlichen Gottesdienst in 8 Sprachen, Englisch am Sonntag um 8.30h, man betet besonders für den Frieden im Land. Daneben aus roten Backsteinen das High Court Building, zumindest dem Namen nach die höchste gerichtliche Instanz von Myanmar. In der nahezu verkehrsfreien Straße davor, eine Reihe von Ständen die 'Samusa thoke' (eine Art Salat aus geschnittenen Samosas) verkaufen und viele mobile Geldwechsler die gerne ein Bündel Geldscheine gegen ein, zwei große Dollarnoten tauschen wollen. Zwei Straßen weiter östlich ist der große Hauptsitz der Inland Water Transportation (IWT), hier muss man eine Genehmigung holen, wenn man mit dem Boot über den Fluss ins Delta will, wir verzichten. Ein Stück weiter kommt das noch größere Gebäude der Yangon Port Authority mit seinem weißen Turm, nebenan das luxuriöse Strand Hotel, bevor es über eine staubige Kreuzung ins Hafengebiet geht. Es gibt hier nur ein chinesisches Restaurant, dass sich den Blick auf den Fluss mit riesigen Fenstern zu nutzen macht, eine Terrasse gibt es aber leider nicht.

Myanma Port Authority in Yangon

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