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Chiang Rai - Der weiße Tempel, das schwarze Haus und das goldene Dreieck

White Temple in Chiang Rai - von Chalermchai Kositpipat
GOLDENES DREIECK Wir (oder vielleicht eher ich) hatten einen groben Zeitplan im Kopf, dem wir schon etwas hinterher waren nachdem wir in Chiang Mai und Pai auch jeweils Ruhepausen einlegten. Zudem sind die Dörfer rund um Chang Rai auf eigene Faust nur mit (Zeit und) Aufwand zu besuchen. Also buchten wir uns direkt in unserem Hotel Baan Warabordee eine Tour von VIP Travel and Service um das goldene Dreieck zu erkunden. Das Dreiländereck Thailand, Myanmar & Laos ist (oder vielmehr war) berühmt und berüchtigt für den Drogenanbau und -export, daher auch der Name 'Golden Triangle'. Doch vorher sollte es erstmal zu Chang Rai's Highlight gehen:
Schwarzes Haus in Chiang Rai - Teil des Bandaam Museum
Der Weiße Tempel (Wat Rong Khun). Er stammt von einem erfolgreichen thailändischen Maler namens Chalermchai Kositpipat, der mit seinem verdienten Vermögen ein einmaliges buddhistisches Kunstwerk errichtet hat und immernoch tut - die Tempelanlage wird weiterhin ausgebaut, wir hatten sogar das Glück ihn persönlich zu treffen. Die nächste Station war dann das schwarze Gegenstück, das Schwarze Haus (bzw. eigentlich mehrere davon) oder offiziell das Bandaam Museum.
The Golden Triangle - wir im Herzen des Goldenen Dreieck
Alles ist aus schwarzem Holz gefertigt und enthält eine skurile Sammlung von Schlangenhäuten bis Büffelhörnern. Dann ging es aber wirklich in das goldene Dreieck. In Sop Ruak, 9km nördlich von Chiang Saen, besichtigten wir das House of Opium (50 THB) und warfen vom Berg aus einen Blick auf den Mekong, der die drei Länder hier auf natürliche Weise trennt. Der mächtige rote Riese im Norden hat sich aber auch hier schon ein Stück Land gesichert - um ein Casino zu installieren...

Pai - Das Trekking durch die Berge und die pairadisische Entspannung

PAI Das kleine Städtchen kann man in wenigen Minuten erkunden, deshalb ist 'einfach mal Nichtstun' vielleicht auch eines der Highlights in Pai. Noch besser ist nur noch ein Besuch bei der Pai Traditional Thai Massage. Und am Abend gibt es nach dem Vorbild von Chang Mai auch eine 'Walking Street' - diverse Stände verkaufen dann vor allem Essen in dieser 'Fussgängerzone'. Da kann man sich schon mal von einem Ende der Stadt zum anderen durchessen. Bekannt ist Pai übrigens als die Hippie-Komune im nördlichen Thailand, beliebt aber vor allem auch wegen der Berge ringsum.

Unser Guide mit selbstgemachter Teekanne und Becher aus Bambus
TREKKING Die Berge wollten wir also bei einer kleinen Trekking-Tour erkunden, zwei Tage sollte es dauern inklusive Übernachtung (Homestay) in einem der kleinen Dörfchen. Los ging es früh am morgen, erstmal mit dem Auto raus in die Berge, dann marschierten wir auch schon los. Neben unserem Guide bestand die Gruppe aus einem australischen und einem französischsprachigen Paar aus der Schweiz. Wie schon in Myanmar musste ich wieder feststellen, dass es ab und an einfach gut tut durch die Berge zu laufen und nachzudenken. Viel Luft zum reden hat man sowieso nicht während man läuft und jeder hat ja ein leicht unterschiedliches Tempo. 
Trekking bergab ist noch anstrengender als bergauf...
Bei einer Pause lernten wir (naja, durften wir zusehen und staunen) wie man aus Bambus und einem großen Messer ganz einfach eine Teekanne und passende Becher macht. Das es doch nicht ganz so einfach ist, bewies uns dann der Australier, der sonst auch viel Zeit beim Camping im Busch mit seinem Messer verbringt. Nachdem wir gefühlt alles was wir bergauf gelaufen waren auch wieder hinabstiegen - was deutlich anstrengender ist - kamen wir am späten Nachmittag an eine kleine Siedlung.

Homestay - Die Küche unserer thailändischen Gastgeber
HOMESTAY Das 'Village' in dem wir übernachten sollten bestand nur aus wenigen Häusern und während uns die meisten Bewohner kaum beachteten, empfing und der Hausherr und Gastgeber um so herzlicher. Sogleich stellte er eine Kühlbox mit Bier bereit und legte eine Strichliste dazu, denn anders als Übernachtung, Essen, Wasser und Schnaps (dazu gleich mehr), war das Bier nicht im Tourpreis inklusive. Und während wir uns bei einem kühlen Bier auf der Terrasse ausruhten, wurde man(n) in der Küche schon fleißig. Und als wir uns nach Sonnenuntergang ebenfalls um die Kochstelle gesellten, hatten wir auch schnell den ersten Schnaps in der Hand.

Chiang Mai - Der Kochkurs, der Jungle Flight und die Walking Streets

Chiang Mai - Sŏrng tăa ou & Tuk Tuk vor der Stadtmauer
CHIANG MAI Im Morgengrauen kamen wir in der 'Metropole Nordthailands' und früheren Haupstadt des 'Königreich der Lanna' an. Da wir kein Hotel gebucht hatten und dem TukTuk Fahrer irgendwas sagen mussten, setzten wir uns erstmal auf einen Kaffee (und gratis WiFi) an der Bustation. Wir entschieden uns für die 'Nice Mum Lodge' (800 B), ein kleines Hotel ohne überflüssige Extras, leider auch ohne nette Mutti, dafür mit einem hilfsbereiten Sohn. Und die Lage an der Th Loi Kroh zwischen der alten Stadtmauer und dem Fluss Mae Nam Ping ist perfekt um das Zentrum zu Fuß zu erkunden. Chiang Mai ist eine Stadt voller Tempel. Da wir aber nach Myanmar mit Tempeln gesättigt waren, beschlossen wir uns nur den wichtigsten und meistbesuchten Tempel der Stadt anzusehen. Nachdem wir das Zentrum und einige kleinere Tempel zu Fuß ausgiebiger angesehen hatten als geplant (dabei war ich mir so sicher es ist die Parallelstraße), gönnten wir uns eine Massage im Frauengefängnis bzw. im 'Chiang Mai Women Correctional Institution Vocational Training Center' wie es offiziell heißt. Zurück ging es dann mit einem 'Sŏrng tăa ou' - eine Art Sammeltaxi. Man winkt dem Pick-Up, dieser hält an, man nennt die gewünschte Straße und bekommt mitgeteilt ob man einsteigen oder den nächsten nehmen soll. Dann fähr man im Zick-Zack durch die Straßen, Leute steigen ein und aus, bis einem der Fahrer mitteilt man wäre am gewünschten Ziel. Die kleinen Umwege sind verschmerzbar, dafür zahlt man auch nur 20-30 THB pro Kopf und Fahrt, abhängig von der Strecke.

Chiang Mai - Thai-Kochkurs bei Da auf seiner Organic Farm
KOCHKURS Da wir nach 3 Wochen in Myanmar mit Tempeln gesättigt waren, entschlossen wir uns kurzerhand einen Thai-Kochkurs zu machen. Mit dem Auto ging es vom Zentrum aus erstmal auf den Markt, dann weiter auf 'Da's Organic Farm'. Hier hat sich unser Kochmeister Da eine kleine Hütte gebaut, mit Platz für den Anbau seiner Zutaten und 6 überdachte Kochplätze. Unsere Gruppe bestand neben uns noch aus je einem Paar aus England und den USA. Jeder bekam sein Schneidebrett, einen Mörser und ein eigenes Gaskochfeld - dann konnte es losgehen.

Leckere Thai-Gerichte selbstgemacht
Eine halbe Tomate, eine viertel Zwiebel etc. etc., die Freundin des Chefs bereitete in der Küche um die Ecke alles für uns vor. Ihr Bruder war nicht nur der Fahrer, er bewässerte auch die Pflanzen der kleinen Farm und half die vorgeschnittenen Zutaten an unsere Kochplätze zu tragen. Und wir zauberten daraus leckere Thai-Gerichte: Tom Yum, Pad Thai, Papaya Salad, Red & Green Curry, Sticky Rice & Mango.

THE JUNGLE FLIGHT Als Ausgleich für einen entspannten Kochkurs, sollte es dann am Samstag Adrenalin geben. In (oder besser gesagt rund um) Chiang Mai findet man einige Anbieter von sogenannten Ziplines
Mein "Jungle Flight" durch die Wälder um Chiang Mai
an denen man "durch den Dschungel fliegt". Ein eher teures Vergnügen, aber die 60$ haben sich gelohnt. Da nach einem Monat jeder auch mal Zeit für sich braucht und Höhe ja nicht alle gleichermaßen begeistert, bin ich alleine los. Schon die Fahrt mit dem Minivan zu 'The Jungle Flight' ging auf abenteuerlichen Straßen bergauf, hindurch durch die riesigen Bäume die ich kurz darauf von der Baumkrone aus sehen sollte. Ausgerüstet mit einem Klettergurt (oder wie auch immer man das nennt), einer Duschhaube und einem Helm bin ich dann zusammen mit meiner chinesischen Gruppe (ja, alle außer mir) an den Seilen von Plattform zu Plattform, über diverse Brücken und ab und zu mal einen 'Abseil' runter - warum sich wohl ausgerechnet hierfür ein deutsches Wort durchgesetzt hat...?

Yangon (Rangun) - Die eigentliche Hauptstadt von Myanmar (Burma) und die Lady (Aung San Suu Kyi)

Histrorische Karte von Yangon (Rangun) im Strand Hotel
YANGON Unser letzter Tag in Myanmar. Drei Wochen lang hatten wir Eindrücke von diesem unbekannten Land gesammelt, viele Fragen jedoch blieben unbeantwortet. Zum Beispiel: Warum hat man 2006 eine neue Hauptstadt namens Nay Pyi Taw aus dem Boden gestampft? Also musste jemand her, der uns Yangon, die eigentliche Hauptstadt von Myanmar, nochmal richtig zeigt und uns zum Abschluss alle Fragen beantwortet: Cristina (095044378, cristina.zac(at)gmail.com). Wir hatten sie am Golden Rock getroffen, wo sie ein deutsches Paar als Guide begleitete und festgestellt, dass sie neben englisch auch perfekt spanisch sprach - also hatten wir sie kurzerhand für unseren letzten Tag als privaten Guide (35$) gebucht.

Lobby des Strand Hotel - das Schickste was Yangon bietet
Mit einem freundlichen "Mingalabar" ("Hallo") begrüßte uns Cristina um 8.30h vor dem Rathaus, dann machten wir uns auf den Weg zum Fluss. Erst jetzt fiel uns auf, dass es in den Straßen von Yangon keine Motorräder gibt. Nachdem ein hoher Militär einmal angefahren wurde, ließ er Motorroller & Co in der Stadt wohl kurzerhand verbieten. Aber Autos gibt es genug und seit die chinesischen Kleinwagen Einzug halten, wird es für immer mehr Menschen möglich eines zu kaufen. Am Hafen angekommen sahen wir den schwitzenden Arbeitern zu, dann ging es zu den Anzugträgern ins elegante Strand Hotel. Durch die Lobby in eine kleine Kunstgalerie und wieder zurück. So stelle ich mir auch das Raffles in Singapur oder das Orient Hotel in Bangkok vor, auch wenn ich beide bisher nur von außen gesehen habe.
Erklärung einer Pagode - Botataung Paya
Anhand der dritten großen Pagode der Stadt, Botataung Paya, ließen wir uns dann nochmal ein wenig weiter in die Welt des Buddismus einführen. Am interessantesten dabei fand ich, dass sie es nicht als Religion ansah, sondern als Lebensweise, da die Buddisten keinen Gott haben, sondern auf den Eintritt ins Nirwana hinarbeiten. Allerdings ändere sich die Lebensweise der Menschen gerade rasant, insbesondere der jüngeren Generation. Es gibt wohl sogar Männer die sich nur als Mönche verkleiden, um Almosen zu erbetteln. Oder reiche Menschen, die Buddhastatuen bauen lassen die ihr Gesicht tragen. Eine andere Tradition lebt jedoch fort, das Betelnusskauen. Nicht zuletzt, da die Wirkstoffe (u.a. Tabak, Kalk) süchtig machen. Weil es krebserregend ist und wegen der vollgespuckten Straßen, hat man sogar versucht es zu verbieten - wenig erfolgreich allerdings.

Kyaiktiyo - Die Lastwagen zum 'Golden Rock' und die Überraschung am Felsen

Golden Rock - die Lastwagen zum goldenen Felsen
KYAIKTIYO Wir hatten beschlossen nach den wichtigen Vier in Myanmar - Yangon, Mandalay, Bagan und Inle Lake - noch den Golden Rock auf dem Berg Kyaiktiyo zu besichtigen. Der mit Goldblättchen überzogene goldene Felsen hat eine Stupa obendrauf, welche angeblich ein Haar Buddhas enthält, was es zu einem der wichtigsten Pilgerorte der Buddisten macht. Wobei die Pilgerfahrt auf den Berg schon ein Erlebnis für sich ist. Denn wer nicht die 4-6 Stunden bergauf laufen will (und das will wohl niemand ;-)) kann ab Kinpun - dem 'Basiscamp' der Pilgerer - einen der Lastwagen für die 11 km nehmen, die schaffen die Strecke in ca. 45 Minuten. Auf die Ladefläche sind Bretter als Bänke montiert und die Trucks fahren los sobald sie voll besetzt sind. Was in dem Fall jedoch bedeutet, sobald sechs Menschen je Bank reingequetscht sind, wobei es eher für 4-5 durchschnittliche Europäer reicht. Doch mehr Platz gibt es nur für diejenigen, die den Fahrpreis von 1.500 Kyat auch mehrfach zu zahlen bereit sind. Und als es dann endlich losging, war mir ziemlich schnell klar warum die Lastwagen als Busse missbraucht werden - was anderes würde diese steilen, kurvigen Straßen wahrscheinlich garnicht hochkommen. Es war dann auch eher eine Achterbahnfahrt denn eine Busfahrt...



Golden Rock - königlich hinauf getragen zum Felsen
GOLDEN ROCK Das letzte Stück muss man dann aber laufen, wenn man sich nicht königlich tragen lassen will - auf einem Stuhl der zwischen zwei Bambusstangen geschraubt ist, getragen von jeweils vier Männern. Man hat unterwegs sogar angeboten uns beide auf einer Trage zu transportieren (8.000 - 20.000 Kyat, vermutlich je nachdem wie kaputt wir aussahen), aber diesen Aufstieg wollten wir schon selbst machen. Ich habe vermutlich ähnlich lange (ca. 45 min) gebraucht, ähnlich viele Pausen gemacht und ähnlich viel geschwitzt wie die Jungs, und das ganz ohne dicke Ausländer auf den Schultern. Und kurz bevor wir oben waren, hat es dann auch noch angefangen zu regnen, zum ersten Mal in den 3 Wochen Myanmar.

Golden Rock - versteckt in Holzbrettern links außen
Und dann kam auch gleich die nächste (böse) Überraschung. Kein goldener Felsen zu sehen - er ist 4 Wochen lang mit Holzbrettern zugedeckt wegen Restaurierung! Das hält die Offiziellen aber nicht davon ab, von den Ausländern 6$ Eintritt zu verlangen. Da fehlten uns wirklich die Worte. Also haben wir umgedreht, uns in eines der Cafés mit Aussicht gesetzt und gewartet bis der Regen vorbei war. Der ganze Weg und dann nicht reingehen, was aber wenn wir doch was verpassen? Also beschlossen wir nacheinander zu gehen mit einem Ticket, das war ja mehrere Tage gültig und schließlich könnte man nach dem Besuch vorhin hier oben im Hotel gewesen sein. Also bin ich zuerst rein und sah mir die Holzbretter an, mehr war vom Felsen wirklich nicht zu sehen. Hat aber nicht funktioniert mit dem selben Ticket nochmal reinzukommen, es waren einfach zu wenige Ausländer und der Wachmann hat zu gut aufgepasst - schließlich hat er vorher schon endlos diskutiert mit den Touristen weshalb man zahlen soll, wenn es 'nichts' zu sehen gibt. Also machten wir uns auf zu den Lastwagen bevor die Sonne unterging, denn um 18 Uhr ist die letzte Fahrt zurück nach Kinpun.

Inle Lake - Der lange Fußmarsch von Nyangshwe nach Minethouk

Inle Lake - Aussicht auf Nyaungshwe und den See
NYAUNGSHWE Da der Chef von Sunny Day Tours sich gerade von einem Motorradunfall erholte, gingen wir mit einem seiner Guides auf eine Tagestrekkingtour. Früher hat er die Touren zusammen mit seinem Bruder gemacht, doch dann stand er plötzlich im Lonely Planet - "somebody put my name in this guidebook" - und brauchte Unterstützung um den Anfragen gerecht zu werden. Man hat uns mit zwei Holländern zu einer vierköpfigen Truppe zusammengeschlossen, außerdem wurden noch zwei Jungs zum Guide-Training mitgeschickt.

Schule in Myanmar - und alle Kinder machen begeistert mit
Um 8 Uhr spazierten wir also von Nyaungshwe Richtung Berge und machten erstmal an einem kleinen Hof halt, der Zucker herstellt. In 5 Hexenkessel wird das Zuckerrohr gekocht und nach etwa 15 Minuten dann das entstandenen Zuckerwasser gefiltert. Die nächste Station war eine Schule im ersten Bergdorf, dann ging es zu einer Höhle die von dem Mönchen als Ort der Meditation genutzt wird. Wir wanderten durch Felder voller Zigarrenblätter (nicht der Tabak, sondern worin er eingerollt wird), Mais und Knoblauch, hindurch unter Bäumen von Tamarinde und Avocado.
Geänderte Route - Bambusbrücke statt der alten Holzbrücke
Die Farbe der Wälder erinnerte an den deutschen Herbst, rot und braun schimmerten die Blätter. Bei einer der Pausen erklärte uns der Guide dann seinen weiteren Plan, der jedoch nicht beinhaltete und zum See zu führen, sondern zurück zum Ausgangspunkt. Wir hatten jedoch alle mit dem Chef besprochen zum See zu laufen, nur der wohl nicht mit seinem Guide. Also wurde die Route mal eben unterwegs geändert, was uns am Ende jedoch einige Kilometer extra eingebracht hat. Gegen 12h kamen wir dann im einem weiteren Bergdorf an, wo wir uns im Haus einer Familie ausruhen durften während unsere Guides das Essen zubereiteten.

Inle Lake - Die Einbeinruderer, die Pfahlbauten und die schwimmenden Gärten auf dem Inle See

Inle See - fischender Einbeinruderer vor der Bergkulisse
INLE LAKE Das Highlight am Inle See ist definitiv ein Trip mit dem Motorboot, daher bekommt man in Nyaungshwe an jeder Ecke Angebote von selbstständigen Bootfahrern, ebenso wie in jedem Hotel. Wir hatten uns bei Sunny Day Tours eigentlich nach einer Trekking Tour erkundigt und uns dann auch gleich eine Tagestour mit dem Motorboot zu allen sehenswerten Attraktionen für 15.000 Kyat gebucht. Sein Neffe werde fahren, ein Guide sei nicht nötig und kostet mehr als der Bootstrip selbst. Als uns der Chef morgens abgeholt hat, stellte er uns nicht nur seinen Neffen, sondern auch seine Nichte vor, sie werde ihr Englisch üben und uns begleiten - also hatten wir zum privaten Boot überraschenderweise auch einen Guide, wenn auch zu Trainingszwecken.

Inle Lake - Fische erschlagen oder Fische erschrecken?
Kaum hat man über den Kanal von Nyaungshwe den Inle Lake erreicht, sieht man auch schon die berühmten Einbeinruderer. Sie stehen auf einem Bein am Ende ihres Kanus, schlingen das andere Bein um das Paddel welches sie mit kreisenden Bewegungen bedienen. Damit haben sie beide Hände frei zum Fischen. Dazu wird ein aufgespanntes Netz, ähnlich einem Vogelkäfig, in dem flachen Wasser auf den Boden gestellt und von oben hineingestochen. Während ich diese Art doch sehr smart finde, gibt es aber auch viele die mit dem Paddel einfach auf das Wasser - und damit offensichtlich auch auf die Fische - einschlagen. Wie (in)effizient das wirklich ist konnte ich allerdings nicht verifizieren.

Bagan - Zu Fuss und mit dem Fahrrad tausende Pagoden erkunden

Bagan - zu Fuss nur mit ausreichend Sonnenschutz zu empfehlen
BAGAN Unser erster Tag in Nyaung U war ein Sonntag und den nutzten wir um mal wieder zu entspannen. Erst am Nachmittag machten wir uns zu Fuß auf einige der umliegenden Pagoden zu entdecken. Die staubigen Wege die zwischen den zwei großen Straßen verlaufen, führten uns zur Htilominlo Pahto und dann weiter zur Buledi. Dort konnte man raufklettern und hatte so einen schönen Blick über all die Pagoden im Sonnenuntergang - zusammen mit all den Verkäufern und anderen Touristen die an diesem Abend anwesend waren. Ich zählte 17 Fahrräder, 12 Pferdekutschen, 8 Motorräder und Roller, 4 Autos und einen Reisebus.

Bagan - Pagoden in magischem Licht zum Sonnenuntergang
Am zweiten Tag sind wir dann mit dem Fahrrad nach Old Bagan, dem alten Zentrum von Bagan. Hindurch das Stadttor Tharabar Gate, zu den verschiedenen Kyaungs und Pahtos und ein wenig auf der alten Stadtmauer klettern. Dann eine kleine Pause im Restaurant - empfangen mit einem feuchten Tuch zur Erfrischung - bevor wir zurück zum Hotel und damit zum Pool radelten. Die beste Option in dem heißen Mittagstunden. Danach ging es weiter über die staubigen Wege von Tempel zu Tempel, von Pagode zu Pagode. Ebenso den Tag darauf, den Vormittag auf staubigen Wegen, die Mittagszeit am Pool und dann wieder mit dem Rad in den Sonnenuntergang.

Mandalay - Das Boot nach Mingun, der Mandalay Hill und das Puppentheater

Das Boot nach Mingun - der junge "Kapitän" legt in Mandalay ab
MINGUN Das Boot nach Mingun legt um 9 Uhr (a.m.) an der Jetty - der Bootsanlegestelle - in Mandalay ab. Allerdings muss man in einer Hütte vor Ort noch die Tickets kaufen. 5.000 Kyat pro Passagier kassierte der freundliche Mann mit Sonnenbrille an seinem Tisch in der sonst leeren Hütte, natürlich nicht ohne den Reisepass zu sehen und die Passnummer zu notieren. Dann ging es - über mehrer kleine Schiffe kletternd - auf das unsere. Jedoch nicht an Deck, sondern nach unten, genau wie die Mundwinkel der Touristen. Als alle saßen hat man nochmal nachgezählt, dann die Erleichterung - wir nehmen doch ein anderes Schiff. Aber nicht alle, nur dir Hälfte da es mit zu vielen Passagieren nicht sicher (genug) sei. Gut das wir schnell waren, so konnten wir uns auf dem zweiten Boot wenigsten zwei der sechs Bambusliegen sichern. Dann legten die beiden Kinder ab. Ja, unser Kapitän - ähm - die zwei Jungs die das Boot steuerten waren wohl kaum 16. Und der Motor machte nicht nur ordentlich Krach, sondern verlor auch alles was so an Flüssigkeiten drin war. Die Bootsfahrt nach Mingun ist definitiv schon Teil des Erlebnis. Wer darauf verzichten will muss da schon 25.000 bis 40.000 Kyat berappen für einen Privatshuttle, dann darf man auch oben an Deck sitzen.

Die Ruinen der Mingun Paya - durch Erdbeben stark beschädigt
Mingun hat drei großen Sehenswürdigkeiten: Mingun Paya, die Ruinen einer nie fertiggestellten Riesenpagoda, welche zudem seit einem Erdbeben von großen Rissen durchzogen sind. Mingun Bell, die größte intakte Glocke der Welt, mit einem Gewicht von 90 Tonnen - jeder durfte einmal darunter stehen während der andere der Glocke einen ordentlichen Schlag verpasste. Und Hsinbyume Paya, eine große weiße Pagode. Um 13 Uhr ging es mit unserem Schiffchen und den zwei Jungkapitänen zurück nach Mandalay.

Mandalay - Sagaing, Inwa & Amarapura - die 3 antiken Städte und die Touristen

Über die Sagaing Bridge - mit Taxifahrer Tun Tun
DIE 3 ANTIKEN STÄDTE Eigentlich kommt man nach Mandalay nur wegen der umliegenden Schönheiten, die Stadt selbst hat zwar auch ihre netten Ecken, ist aber eher hässlich und raubt einem mit dem chaotischen Verkehr - besonders im Zentrum - erstmal den (vor)letzten Nerv. Auf der Suche nach einem Taxifahrer, haben wie Tun Tun vor dem Mandalay City Hotel getroffen. Der war so nett und vertrauenswürdig, dass wir am Ende 3 Tage lang nur mit ihm unterwegs waren. Erstmal ging es zu den 3 antiken Städten Sagaing, Inwa (Ava) und Amarapura - wegen des fortgeschrittenen Vormittags konnten wir den Preis um 5.000 drücken, auf 25.000 Kyat für den ganzen Tag. Günstiger geht die Tour nur per Motorradtaxi oder Fahrrad, denn die kleinen 'Blue Taxis' wurden von der Regierung aus dem Verkehr gezogen, wie uns Tun Tun erklärte.

Sagaing Hill & Ayeyarwady River
SAIGAING Sehr beruhigen wirkte dagegen die himmlische Ruhe auf dem Sagaing Hill - einem Berg einige Kilometer südlich von Mandalay. Nachdem wir die 381 Stufen hochgestiegen waren zur Soon U Ponya Shin Paya, genossen wir bei Reis und Nudeln (was auch sonst ;-)) die Aussicht der danebenliegenden Snackbar auf die Pagoden und den Ayeyarwady Fluss mit seinen beiden modernen Brücken, die Ava Brücke mit den Zugschiene und einer kleinen Straße, sowie die neue vierspurige Sagaing Brücke. Über die zweite ging es dann anschließend wieder zurück und weiter südwärts den Fluss entlang.

Bagaya Kyaung - Mönch & Teakholz-Kloster

INWA Das letzte Stückchen nach Inwa (früher Ava) muss man dann mit dem Boot (1.000 Kyat) wieder über den Fluss. Wer sein Fahrrad nicht dabei hat und nicht in der Mittagssonne laufen möchte, der nimmt klassisch eine der vielen bereitstehenden Pferdekutschen - Staub schlucken inklusive! Wir suchten uns einen älteren Kutscher und zahlten die angeschriebenen, einheitlichen 6.000 Kyat. Allerdings war der ältere Herr keineswegs ruhiger und gelassener, er schien vielmehr von der alten Schule - viel Peitsche und Geschrei hilft viel. In der Kolonne mit den anderen Touristen ging es dann zu den drei Sehenswürdigkeiten: Bagaya Kyaung, ein Kloster das 1834 aus Teakholz erbaut wurde. Nanmyin, ein 90 Fuss hoher Turm ist das einzige was vom ehemaligen Königspalast hier geblieben ist. Maha Aungmye Bozan, ein weiteres Kloster aus verputzten Backsteinen  - hier verzichteten wir aber darauf reinzugehen, dafür braucht man das 10$ Combo Ticket von Mandalay.

U Bein´s Bridge - die längste Teakholzbrücke der Welt
AMARAPURA Noch mehr Touristen erwarteten uns in Amarapura an der berühmten U Bein's Brücke - ganze Busladungen bereit zum romantischen Sonnenuntergang. Wir entschieden uns gegen die Bootsfahrt auf dem Taungthaman See und für den Spaziergang auf der längsten Teakholzbrücke der Welt. Über Reisfelder, einen Wasserbüffel, den Fluss, die Fischerinnen und die Angler. Übrigens: Teakholz ist Königin der Holzarten und wird mit dem Alter immer schöner - mal sehen ob das auf uns abfärbt.

Pyin Oo Lwin - Die Bergstation mit dem wunderschönen Garten

Pyin Oo Lwin - Blumen in den National Kandawgyi Gardens
PYIN OO LWIN Wir hatten mal wieder online gebucht und waren mit unserer Wahl diesmal sehr zufrieden, auch wenn das Royal Parkview Hotel (55$) weder königlich anmutet noch Blick auf den Park hat. Es liegt etwas außerhalb des Ortes in Richtung der National Kandawgyi Gardens, wohin wir also in einer halben Stunde locker spazieren konnten. Der Weg geht nicht nur am See entlang, sondern leider auch an der Strasse, erst wenn man am Kassenhäuschen zur Parkanlage seine 5$ bezahlt hat, wird es wirklich schön. Denn etwas vergleichbares habe ich in diesem Land der Tempel und Pagoden nicht gesehen. Aber eine Pagode darf auch hier nicht fehlen, sie steht auf einer Insel, nebenan auf der Insel ein Schriftzug aus Blumen mit dem Namen der Stadt: Pyin Oo Lwin. Beides natürlich auch Motive wo sich die anwesenden Mönche und Nonnen ihr Erinnerungsfoto machen. Wir drehen eine Runde durch Bambuswald, Orchideengarten und Schmetterlingsmuseum, einmal um den Kandawgyi See - den Aussichtsturm aber nutzen wir nur als Fotomotiv. Dann geht es zurück mit der weißen Pferdekutsche.

Pyin Oo Lwin - auch Nonnen machen ihre Erinnerungsfotos
Die wunderschönen Parkanlage hat man wohl den Briten zu verdanken. Genauso wie den Purcell Tower (einen Miniatur Big Ben) und die vielen roten Backsteingebäude. Diese hatten sich hier auf knapp über 1.000 Meter eine Bergstation geschaffen um der sommerlichen Hitze Mandalays zu entfliehen. Im Januar ist jedoch Winter und da wird es sobald die Sonne weg ist richtig kalt. Das merkten wir schon beim Abendessen im Feel Restaurant, am Rande des Kandawlay See (nicht nur der Name ist dem anderen See zum verwechseln ähnlich). Da hilft nur schnell ein Taxi nehmen - Beleuchtung hat der Weg nicht und die Taschenlampe liegt im Hotel - ab ins Bett und ordentlich zudecken, Heizung gibt es nämlich nicht.

Yangon - Die größte Pagode, der Besuch bei den Nonnen und das Stadtzentrum

Chinte (halb Löwe, halb Drach) vor der Shwedagon Paya (rechts)
NÖRDLICHES YANGON Es gibt unzählige Pagoden in Myanmar (der burmesische Wort dafür ist Paya), doch die wichtigste und größte dieser glockenartigen Türme steht in Yangon: 'Shwedagon Paya'. Jeder Buddhist des Landes hofft diesen heiligen Ort mindestens einmal im Leben zu besuchen, jeder Tourist in Myanmar tut es auch. Die 5$ Eintritt gehen an die umstrittene Regierung, welche man eigentlich nicht unterstützen möchte, doch wenn man sich dafür entschieden hat das Land zu besuchen, lässt sich das an manchen Stellen nicht vermeiden. Wir machen uns auf zum Sonnenuntergang dort. Der Taxifahrer setzt uns vor der benachbarten 'Maha Wizaya Paya' ab, was wir aber erst später bemerken. Also gehen wir dort die Treppe hoch, zwischen den beiden Chinthe (wachende Tiere, halb Löwe, halb Drache) am Eingang hindurch. Eintritt will hier niemand von uns, eine Runde (Achtung: immer links herum bei buddhistischen Tempeln) und dann weiter zur goldenen Shwedagon Paya bevor die Sonne weg ist. Und hier ist ordentlich was los, Touristen und Einheimische mischen sich mit jeder Menge Mönche. Es wird gebetet und gesungen, fotografiert und gefilmt. Und ja, auch das Leben der Mönche hat sich mit Smartphones und iPad verändert.

Chaukhtatgyi Paya - der monströse liegende Buddha
Nachdem wir das offizielle Highlight hinter uns hatten, geht es am nächsten Tag zur Chaukhtatgyi Paya - einem monströsen liegenden Buddha unter einem riesigen roten Wellblechdach. Kein Eintritt und kaum Touristen, umgeben von vielen kleinen Häusern bei denen die Kleider der Mönche zum trocknen draußen hängen. Doch noch spannender wurde es auf der anderen Straßenseite, vorbei an den Drachenlöwen (Chinte) waren wir noch nicht die Treppe oben, da wurden wir schon gefragt wo wir herkommen. Das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und der junge Mann erzählte uns, dass er seit einem Jahr hier im Kloster (Monastry) lebt und noch zwei weitere Jahre braucht um Mönch zu werden. Während wir die 2$ Eintritt zahlen um die Ngahtatgyi Paya zu betreten, wartet er schon vor dem riesigen sitzenden Buddha - wohl einer der beeindruckendsten im südlichen Myanmar. Er führ uns herum, erklärt uns einige Rituale und unsere Sternzeichen: Drache und Meerschweinchen (wer uns kennt darf raten wer was ist ;-)).

Im Kloster - zu Besuch bei Nonnen und Waisenkindern
Anschließend zeigt er uns die Wohnanlagen des Klosters in der einige hundert Mönche wohnen, aber nur ca. 50 Nonnen. Er bringt uns zu einem der Frauenkomplexe, wo man uns schnell hereinbittet. Tagsüber sei Männerbesuch erlaubt, man stellt uns die Älteste vor und wir setzten uns vor ihr auf eine eilig herbeigetragene Matte auf dem Boden. Schnell steht auch Tee, Bananen und etwas wie selbstgemachte Karamellbonbons bereit, dann kommt auch noch Reis mit einer braunen süßlichen Soße nach - aus dieser seien auch die Bonbons gemacht. Essen müssen wir alleine, denn die Essenszeit der Mönche ist schon vorbei. Es gibt nach dem Aufstehen um 4 Uhr morgens nur zwei Mahlzeiten: Frühstück und von 11-12 Uhr Mittagessen. Sonst wird studiert, gesungen, gebetet oder eingesammelt. Die Mönche leben von Spenden die entweder vorbeigebracht werden oder ihnen mitgegeben werden, wenn sie mit ihren Schüsseln durch die Straßen gehen. Geld und auch Essen, einen Garten hat man hier auch nicht. Dann klingelt das Handy der Ältesten, die moderne Kommunikation hat auch hier Einzug gehalten - und das wo man in dem Raum wo geschlafen wird noch nicht einmal Fenster hat, sondern nur die Plastikplane zuzieht. Alle schlafen in einem großen Raum, auch die Waisenkinder die hier aufwachsen.

Bangkok - Die Sehenswürdigkeiten, die Stadt und der Fluss


Wat Arun - Tempel der Morgenröte am Chao Phraya River
BANGKOK ZENTRUM WEST Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten - konzentriert im Stadtteil Ko Ratanakosin - hatten wir bereits 2011 bei unserem ersten Aufenthalt in der Stadt angesehen: Der Tempel des Smaragd-Buddha (Wat Phra Kaeo), der Große Palast, der größte liegende Buddha in Bangkoks ältestem und größtem Tempel (Wat Pho) und der Tempel der Morgenröte (Wat Arun) auf der anderen Seite des Flusses.

Nördlich davon liegt die Th Khao San und noch ein Stück weiter im Norden kommt der Dusit Palace Park. Dort wollten wir uns diesmal die Vimanmek Teak Mansion ansehen, haben uns dann aber spontan für die Schätze des Königreiches entschieden, welche seit Dezember in der dortigen Ananta Samakhom Throne Hall ausgestellt werden. Auf jeden Fall lohnenswert, inklusive englischem Audioguide, auch wenn es bisher eher unter Asiaten bekannt zu sein scheint. Für Frauen gilt Rockpflicht (keine Hosen oder Miniröcke), wer keinen dabei hat kann einen käuflich erwerben. Für Männer sind lange Hosen Pflicht, gut wenn man die Beine der Zipphose dabei hat ;-)