Donnerstag, 31. Januar 2013

Yangon (Rangun) - Die eigentliche Hauptstadt von Myanmar (Burma) und die Lady (Aung San Suu Kyi)

Histrorische Karte von Yangon (Rangun) im Strand Hotel
YANGON Unser letzter Tag in Myanmar. Drei Wochen lang hatten wir Eindrücke von diesem unbekannten Land gesammelt, viele Fragen jedoch blieben unbeantwortet. Zum Beispiel: Warum hat man 2006 eine neue Hauptstadt namens Nay Pyi Taw aus dem Boden gestampft? Also musste jemand her, der uns Yangon, die eigentliche Hauptstadt von Myanmar, nochmal richtig zeigt und uns zum Abschluss alle Fragen beantwortet: Cristina (095044378, cristina.zac(at)gmail.com). Wir hatten sie am Golden Rock getroffen, wo sie ein deutsches Paar als Guide begleitete und festgestellt, dass sie neben englisch auch perfekt spanisch sprach - also hatten wir sie kurzerhand für unseren letzten Tag als privaten Guide (35$) gebucht.

Lobby des Strand Hotel - das Schickste was Yangon bietet
Mit einem freundlichen "Mingalabar" ("Hallo") begrüßte uns Cristina um 8.30h vor dem Rathaus, dann machten wir uns auf den Weg zum Fluss. Erst jetzt fiel uns auf, dass es in den Straßen von Yangon keine Motorräder gibt. Nachdem ein hoher Militär einmal angefahren wurde, ließ er Motorroller & Co in der Stadt wohl kurzerhand verbieten. Aber Autos gibt es genug und seit die chinesischen Kleinwagen Einzug halten, wird es für immer mehr Menschen möglich eines zu kaufen. Am Hafen angekommen sahen wir den schwitzenden Arbeitern zu, dann ging es zu den Anzugträgern ins elegante Strand Hotel. Durch die Lobby in eine kleine Kunstgalerie und wieder zurück. So stelle ich mir auch das Raffles in Singapur oder das Orient Hotel in Bangkok vor, auch wenn ich beide bisher nur von außen gesehen habe.
Erklärung einer Pagode - Botataung Paya
Anhand der dritten großen Pagode der Stadt, Botataung Paya, ließen wir uns dann nochmal ein wenig weiter in die Welt des Buddismus einführen. Am interessantesten dabei fand ich, dass sie es nicht als Religion ansah, sondern als Lebensweise, da die Buddisten keinen Gott haben, sondern auf den Eintritt ins Nirwana hinarbeiten. Allerdings ändere sich die Lebensweise der Menschen gerade rasant, insbesondere der jüngeren Generation. Es gibt wohl sogar Männer die sich nur als Mönche verkleiden, um Almosen zu erbetteln. Oder reiche Menschen, die Buddhastatuen bauen lassen die ihr Gesicht tragen. Eine andere Tradition lebt jedoch fort, das Betelnusskauen. Nicht zuletzt, da die Wirkstoffe (u.a. Tabak, Kalk) süchtig machen. Weil es krebserregend ist und wegen der vollgespuckten Straßen, hat man sogar versucht es zu verbieten - wenig erfolgreich allerdings.



YANGON ESSEN Am letzten Tag wollten wir natürlich auch nochmal gut und typisch essen, also nahmen wir ein Taxi zum 'Feel Myanmar Food'. Und der Name ist Programm. Das es gut sein muss, konnte man schon an der Menge von Menschen sehen, die hier am Auswählen und Essen waren. Gut gestärkt ging es anschließend per Fussmarsch durch das chinesische und indische Viertel der Stadt.

Myanmar´s National League for Democracy - NLD & The Lady
THE LADY Zum Abschluss unserer Reise durch Myanmar wurde es dann politisch. Wir besuchten das Büro der National League for Democracy (NLD), der Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Dort verkauft man Bildbände von Obamas Staatsbesuch und trägt voller Stolz ihr Gesicht auf T-Shirts zur Schau, während man noch vor knapp zwei Jahren nicht mal ihren Namen aussprechen durfte. Daher nannte man sie einfach nur 'The Lady'. Danach fahren wir noch zu ihrem Haus, wo sie
Haus am See - hier verbrachte die Lady 15 Jahre Hausarrest
zwischen 1989 und November 2010 insgesamt 15 Jahre in Hausarrest gefangen war. Man sieht von der Straße nicht viel mehr als eine Mauer, doch von der anderen Seite kann man den Sonnenuntergang über dem künstlichen Victoria See bewundern und dabei auf das Haus der Lady blicken. Am nächsten Tag solle sie von einer Reise zurück nach Yangon kommen, wir halten Ausschau am Flughafen, bekommen sie jedoch nicht zu Gesicht. Bleibt zu hoffen für Myanmar, dass die Lady mit der nächsten Wahl noch mehr Einfluss gewinnt in der (politischen) Hauptstadt Nay Pyi Taw - wo sich die Regierung versteckt vor Protesten der eigenen Bevölkerung oder gar Angriffen von außen. Vielleicht macht sie ja eines Tages sogar Yangon wieder zur echten Hauptstadt von Myanmar...

Indisches Viertel in Yangon - Buddhistische Mönche & Straßenverkäufer vor indischem Tempel

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